STRATEGIE FÜR INTELLIGENTE SPEZIALISIERUNG

DIE STRATEGIE FÜR INTELLIGENTE SPEZIALISIERUNG DER AUTONOMEN PROVINZ TRIENT

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Als Teil des mittel- bis langfristigen Planungsprozesses für die 15. Legislaturperiode und in Übereinstimmung mit den wichtigsten EU-Dokumenten, in denen die umfassendere nationale und die europäische Strategie festgelegt sind, hat auch die Autonome Provinz Trient ihre in verschiedene Bereiche von prioritärem Interesse gegliederte Landesstrategie für die intelligente Spezialisierung (RIS3) definiert.

 
Das Anwenden einer Forschungs- und Innovationsstrategie bedeutet, auf Produktionsbereiche und technologische Bereiche zu setzen, die auf lokaler Ebene für strategisch wichtig erachtet werden. Dabei soll auf Finanzierungen nach dem Gießkannenprinzip verzichtet werden und es sollen stattdessen gezielte Investitionen und politische Förderung für einige Themenbereiche erfolgen, die Exzellenzpotential haben, wobei realistische und durchführbare Innovationsstrategien gefördert werden sollen und auf effiziente Weise auf die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen einzugehen ist.

Das Dokument über die intelligente Spezialisierung der Autonomen Provinz Trient (Smart Specialisation Strategy) wurde 2014 verfasst und 2016 zu Aspekten der Umsetzung, Überprüfung und Evaluation ergänzt (Beschluss der Landesregierung  Nr. 606 vom 22. April 2016).

Die Strategie hat es ermöglicht, über einen Bottom-Up-Ansatz, mit dem Forschungs- und Innovationsakteure involviert wurden, und ausgehend von den Stärken der Region, der in den letzten Jahren getätigten Investitionen und der hinsichtlich der Beteiligung an den nationalen und internationalen Netzwerken erzielten Ergebnisse, die für die Region bedeutendsten Bereiche und die zukünftigen Entwicklungsrichtungen zu ermitteln.

Es wurden dann die Bereiche gewählt, in denen die Technologie als Ergebnis der Forschungsarbeit für Innovation und Wachstum in der Region angewendet/genutzt werden kann. Diese wurden durch geeignete Infrastrukturen, Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen und bereits bestehende öffentlich-private Partnerschaften gefördert.

Es wurden dabei die folgenden vier Makrobereiche festgelegt:

1) LEBENSQUALITÄT
2) MEKATRONIK
3) ENERGIE UND UMWELT
4) AGRAR- UND ERNÄHRUNGSWIRTSCHAFT

Mit diesen Bereichen kommt man einerseits dem Wunsch nach, die Wettbewerbsfähigkeit und die Besonderheit des Produktionssystems und des technisch-wissenschaftlichen Systems im Trentino, andererseits die nachhaltige Entwicklung zu fördern. Man hat außerdem erkannt, dass das Trentino Grundelemente aufweist, die themenübergreifend alle Spezialisierungsbereiche prägen: digitales Wachstum und IKT, Kohäsion, soziales Kapital und soziale Innovation. Für alle dieses Bereiche wurde eine gründliche Analyse vorgenommen, um die Bedeutung der IKT und der so genannten Enabling Technologies (wie zum Beispiel Biotechnologie, Nanotechnologie, Mikro- und Nanoelektronik, Photonik), die bestehenden Stärken, Schwächen, Gefahren und Möglichkeiten und die Angleichung an die wichtigsten Initiativen und Programme auf nationaler und europäischer Ebene zu beurteilen.

Überblick über die Bereiche der SMART

Settori della smart specialisation

 

Link zum von der Provinz verabschiedeten Dokument über die intelligente Spezialisierung

 

STRATEGIE FÜR INTELLIGENTE SPEZIALISIERUNG UND MEHRJAHRESPROGRAMM FÜR FORSCHUNG

Die Strategie für intelligente Spezialisierung weist zwar verschiedene Kontakt-, Konvergenz- und Synergiepunkte auf, überschneidet sich jedoch nicht mit dem Mehrjahresproramm für Forschung, sondern setzt synergetisch in der nachfolgenden Forschungs-, Innovations- und Marktphase an, wobei auch versucht wird, Maßnahmen gegen die Schwachpunkte des Trentiner Forschungssystems zu finden. Der Hauptfokus der RIS3 liegt auf den politischen Maßnahmen im Bereich der Industrieforschung, der Innovation (TRL > 5/61) und der Anwendung und dem Übertragen der Forschungsergebnisse auf die Region in einem mittel- bis langfristigen Zeitraum, entsprechend der siebenjährigen Planung der EU von 2014-2020, wobei auch die Forschungs- und Innovationspolitik auf nationaler und europäischer Ebene ergänzt werden soll.

1 Unter TRL versteht man die Klassifikation Technology Readiness Level, einer Skala zur Bewertung des Technologie-Reifegrads, die von verschiedenen internationalen Einrichtungen und Institutionen, unter anderem der Europäischen Kommission, angewendet wird.

figura2

AUFBAU UMD UMSETZUNG DER STRATEGIE

Zu den Schlüsselkriterien, von denen die Entscheidung mitgetragen wurde, gehören die Repräsentativität der Bereiche mit einer hohen Relevanz und Einfluss auf die Wirtschaft, die Kohärenz mit hohen öffentlichen und privaten Investitionen in die Innovation , eine hohe kritische Masse in der Region, auf nationaler und europäischer Ebene anerkannte Kompetenzen, Wettbewerbsvorteile, eine breite Auslegung des Begriffs Innovation, die den Privatbereich voll miteinbezieht und besonders relevante Marktperspektiven. Die Bereiche, deren gegenseitige Wechselbeziehungen zu berücksichtigen sind, entsprechen den übergreifenden regionalen Prioritäten, vor allem der Verbreitung der Schlüsseltechnologien für Innovation und soziale Kohäsion.

Das fortlaufende Schaffen von Modellen für Wechselbeziehungen zwischen Nachfrage, Vertretern der Institutionen, deren Aufgabe es ist, auf diese zu reagieren, und Sektorpolitiken, die in der Lage sind, positiv bei der möglichen Lösung von erkannten kritischen Punkten einzugreifen, wird hilfreich sein, verschiedene Elemente zu verstehen, wie zum Beispiel die vorzunehmende Infrastrukturausstattung, die Prioritätenskala, die für die spezifische territoriale Dimension am besten geeignete Art von Maßnahmen, die zu fördernden Sicherheitsmaßnahmen, Innovation und Sozial- und Umweltpolitik.

DIE GRÜNDE FÜR RIS3

Das Konzept der Smart Specialisation Strategy wurde auf europäischer Ebene ausgearbeitet und umfasst flexible und dynamische Innovationsstrategien, die zur regionalen Anwendung erarbeitet wurden, aber auf nationaler Ebene bewertet und systematisiert wurden und folgendes Ziel haben:

  • Die Fragmentierung der Maßnahmen verhindern und die Forschungs- und Innovationspolitik systematisieren
  • Regionale Innovationsstrategien entwickeln, mit denen die starken Produktionsbereiche unter Berücksichtigung der territorialen strategischen Positionierung und der Entwicklungsperspektiven in einem globalen wirtschaftlichen Rahmen gefördert werden können.

Der neue Planungszyklus der Kohäsionspolitik 2014-2020 legt als Ex-Ante-Konditionalität für die Verwendung der EU-Mittel fest, dass die nationalen und regionalen Regierungen Forschungs- und Innovationsstrategien für  die „intelligente Spezialisierung“ erarbeiten, um eine effizientere Nutzung der Strukturfonds und eine Zunahme der Synergien zwischen der europäischen,  nationalen und regionalen Politik zu ermöglichen. Die Regionen aller Mitgliedsstaaten wurden also dazu aufgefordert, ein Dokument zu verfassen, in dem ausgehend von den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und den Fähigkeiten, eine individuelle Smart Specialisation Strategy definiert wird, wobei die Wettbewerbsvorteile und die technologischen Spezialisierungen mit einem besonders hohen Innovationspotential festzulegen sind und die zur Förderung der Strategie erforderlichen öffentlichen und privaten Investitionen genau aufzuführen sind.

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Projekt S3-4AlpClusters – Smart Specialisation Strategies to build an innovation model for Alp Clusters

Die Autonome Provinz Trient beteiligt sich am europäischen Projekt S3-4AlpClusters - Smart Specialization Strategies zur Schaffung eines Innovationsmodells für Alp Clusters, das durch das INTERREG Alpine Space Programm finanziert wird. 

Das Projekt hat eine Laufzeit von 30 Monaten (1. November 2016 - 30. April 2019) und sieht ein Gesamtbudget von 2.521.964 EUR vor, davon 1.929.500 EUR aus dem EFRE-Beitrag.

http://www.alpine-space.eu/projects/s3-4alpclusters/en/home

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Für weitere Informationen: Der Konstruktionsprozess der Landesstrategie – Dienststelle Europa, Autonome Provinz Trient - Servizio Europa Provincia autonoma di Trento