MIT DEM FORSCHUNGSFONDS DURCHGEFÜHRTE PROJEKTE

Die Landesregierung erachtet seit geraumer Zeit die Politik im Bereich Forschung, Innovation und höhere Bildung als vorrangig für die regionale Entwicklung und hat im Laufe der Jahre in diesem Bereich ein sorgfältig aufgebautes System aus Gesetzen und Instrumenten entwickelt und ausgebaut und eine breite Reihe von Maßnahmen und verschiedenen Finanzierungslinien gefördert, um deren Durchführung zu ermöglichen und zu unterstützen.

Zentrales Instrument ist das Landesgesetz 14/2005, in dem als wichtigste Interventionsmöglichkeit die Vereinbarungen mit den Stiftungen Bruno Kessler und Edmund Mach, der Universität Trient und den Forschungseinrichtungen festgelegt wurde, aber auch die Ausschreibungen für die Finanzierung von Forschungsprojekten.

Mit dem Mehrjahresprogramm für Forschung der vergangenen Legislaturperiode (2010-2013) waren die Finanzierungspläne in verschiedene Arten der Intervention gegliedert worden, u.a. Entwicklungsprojekte, explorative Projekte bzw. „curiosity driven research” und „große Projekte”, d.h. Initiativen, mit denen das Forschungssystem des Trentino sich in entwicklungsfähige strategische Richtungen bewegen soll, sowohl in Bezug auf wissenschaftliche Errungenschaften als auch in Bezug auf potentielle Anwendungsmöglichkeiten. Das große Projekt ist auf langfristige Ziele ausgerichtet und impliziert das Mobilisieren qualifizierter menschlicher Ressourcen und das Schaffen neuer Laboratorien oder Fachkenntnisse.  

Mit der Ausschreibung „Große Forschungsprojekte 2012“ wurden die folgenden 6 Projekte finanziert, die 2017 abgeschlossen werden:

1- ATTEND

Characterizing and improving brain mechanisms of attention, koordiniert von der Universität von Trient (Projektleiter, prof. David Melcher), in Zusammenarbeit mit: Istituto Italiano di Tecnologia- Center for Neuroscience and Cognitive Systems, Fondazione Bruno Kessler e Massachusetts General Hospital.

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2- AXonomIX

Identifying the translational networks altered in motor neuron diseases, koordiniert von der Universität von Trient  (Projektleiter, prof. Alessandro Quattrone) in Zusammenarbeit mit: Consiglio Nazionale delle Ricerche - Istituto di Biofisica, Fondazione Bruno Kessler, Department of Biomedical Sciences and CNR Institute of Neuroscience, University of Padova e College of Medicine & Veterinary Medicine, University of Edinburgh, UK

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3- LExEM

Laboratory of Excellence for Epidemiology and Modelling. Facing the introduction and spread of Invasive Alien Species (IAS) into the territory of the Autonomous Province of Trento, koordiniert von Fondazione Edmund Mach (Projektleiter, dott.ssa Annapaola Rizzoli) in Zusammenarbeit mit: Fondazione Bruno Kessler, Università degli Studi di Trento, Istituto Zooprofilattico Sperimentale delle Venezie e Università Bocconi

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4- MaDEleNA

Developing and Studying novel intelligent nanoMaterials and Devices towards Adaptive Electronics and Neuroscience Applications, koordiniert von Istituto dei Materiali per l'Elettronica ed il Magnetismo del Consiglio Nazionale delle Ricerche – IMEM-CNR (Projektleiter, prof. Salvatore Iannotta) in Zusammenarbeit mit: Fondazione Bruno Kessler , Università di Trento, Istituto di Biofisica IBF-CNR, Istituto di Fotonica e Nanotecnologie IFN-CNR

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5- SiQuro

On silicon chip quantum optics for quantum computing and secure Communications, koordiniert von Università degli Studi di Trento (Projektleiter, prof. Lorenzo Pavesi) in Zusammenarbeit mit: Fondazione Bruno Kessler, Consiglio Nazionale delle Ricerche - Istituto Nazionale di Ottica e Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

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6- TranscrApple

Transcriptional and post-transcriptional regulation of apple fruit development, koordiniert von: Fondazione Edmund Mach (Projektleiter: dott. Azeddine Si Ammour) in Zusammenarbeit mit: Università degli Studi di Padova e Università degli Studi di Trento

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Dank der Kofinanzierung der Europäischen Kommission im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms „Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen” COFUND konnten mit dem Projekt des Trentino „The Trentino programme of research, training and mobility of post-doctoral researchers“ neue Ausbildungs- und Mobilitätsmöglichkeiten für erfahrene Forscher, aber auch für Nachwuchsforscher, die am Anfang ihrer Karriere stehen, geschaffen werden, wodurch das Trentiner Forschungssystem gestärkt und die internationale Dimension gefördert wurde.  

Mit dem im Juni 2009 begonnenen und im Juni 2014 abgeschlossenen Projekt Trentino konnten 85 von mehr als 300 präsentierten Forschungsprojekten  finanziert werden. Diese betrafen verschiedene Bereiche, die für die Region von Bedeutung sind, u.a. Umwelt und Biodiversität, lokale Entwicklung und neue Technologien.  

Ein weiteres wichtiges Instrument für die Umsetzung der im Statut festgelegten Ziele für wissenschaftliche Forschung sind die Forschungsausschreibungen des Euregio-Wissenschaftsfonds, die vom „Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit“ (EVTZ) bzw. der „Euroregion“ (Euregio) gefördert werden: der EVTZ ist eine 2007 gegründete Einrichtung zur grenzüberschreitenden territorialen Zusammenarbeit mit eigener Rechtspersönlichkeit und Rechtsfähigkeit, deren Ziel es ist, die interregionale Arbeit zu fördern und die Entwicklung von transnationalen Projekten auf regionaler und lokaler Ebene zu unterstützen.

Ziel des Euregio-Wissenschaftsfonds ist die Förderung von mehrjährigen grenzüberschreitenden Forschungsprojekten im Bereich der Grundlagenforschung mit Wissenschaftlern und Forschern der Forschungseinrichtungen in Tirol, Südtirol und im Trentino.  

Der mit insgesamt 3 Millionen Euro ausgestattete Fonds hat mit der ersten Ausschreibung 1,6 Millionen zur Verfügung gestellt, um 6 von 35 Projekten zu fördern, die von 10 Forschungsinstituten präsentiert worden waren. In den drei Regionen sind dadurch 20 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Für die zweite Ausschreibung stehen weitere 1,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Ausschreibung richtet sich an alle Forschungseinrichtungen in Tirol, Südtirol und im Trentino, deren Forscher beabsichtigen, ein Gemeinschaftsprojekt im Bereich der Grundlagenforschung durchzuführen. Hauptkriterium ist das wissenschaftliche Niveau der Projekte, des Weiteren wird jenen Ideen der Vorrang gegeben, die alle drei Regionen miteinbeziehen. Die Projektdauer wird mit zwei und drei Jahren vorgegeben, das Projektvolumen mit 250.000 bis 500.000 Euro.

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